Tanz des Todes.
Doch, Der Tod tanzt nicht.
Er windet sich elegant um seine Opfer, wickelt sie ein, und zerrt sie sacht von der Tanzfläche, nur um dort Besitz von ihnen zu ergreifen.
Er war schon immer ein guter Lügner.
Doch wie gut, merken sie erst, wenn sie längst in seine Fänge geraten sind und es keinen Ausweg mehr gibt.
Der Tod hat Besitz von ihnen ergriffen, hüllt sie in ein Gewand der Stille und Finsternis.
Jeder Schrei, jede Wehr wird im Ansatz erstickt, einfach von der Ruhe verschluckt.
Bis sie dann erschöpft die Augen schließen.
Und dann schlägt er zu.
Holt sie sich mit Gewalt, zerrt sie in den Abgrund und es gibt keine Hoffnung mehr. Niemals mehr wird er sie freigeben.
Er verliert nur selten.
Er ist Meister seines Spiels.
Er sät Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Er nährt sich von den Tränen der Hinterbliebenen und ergötzt sich am Anblick ihrer gebrochenen Herzen.
Grob reißt er alles auseinander, was der Welt die Wärme gibt, lässt sie erkalten und sieht zu wie sie langsam einfriert.
Sein Atem nur noch Dampfwolken.
Rasselnd beugt er sich über seine Opfer, sieht die Furcht in ihren Augen und es befriedigt ihn.
Wieder wird er bekommen, was er will, nach was im verlangt.
Die Augen werden immer trüber, er kommt seinem Ziel näher.
Sie schmiegen sich an ihn, präsentieren im offen ihren Gram und lassen sich jegliche Hoffnung absaugen, lassen sich ein Kissen über den Mund legen und ersticken.
Ersticken an der Last auf ihrer Brust, da ihre Schuld hier schwer wiegt.
Durch den grauen Schleier, der zerschlissen hängt, führt der Tod immer neue Opfer in seine Gemächer in denen sie langsam zu seinem Spielzeug werden.
Er lässt sie an ihren Lügen ersticken, ihre Worte verblassen.
Letztendlich töten sie ja doch sich selbst.
Wie einfach sie ihre Bindungen kappen, die Stränge reißen.
Und mit jeder verlorenen Verbindung legt sich eine neue kette um sie, hindert sie, engt sie ein.
Die Ketten fesseln sie an ihre eigene Schuld, werden sie nie verlassen und nutzen sie ab.
Abgeschunden liegt ihr Körper zu seinen Füßen, das getrocknete Blut auf der blassen Haut und die dünne Seele verflüchtigt sich.
Sie betteln um Erlösung.
Doch er weidet sich an ihrem Leid, wartet ab.
Er hat Geduld.
Wenn die Ketten fallen, der Körper zerstört und die blanke Seele vor ihm steht, befreit er sie von der Pein.
Demut spiegelt sich wieder, auch wenn ihre Seele sie nicht zeigen kann.
Leid und Qual zeichnen sie.
Noch ist ihm keine reine Seele untergekommen.
Pechschwarz oder Grauzone.
Etwas anderes kennt er nicht, denn sie haben alle gesündigt.
Falsch gespielt.
Jeder einzelne hat Fehler begangen und hat für sie büßen müssen.
Sie mussten bezahlen, bezahlen, damit er sie weiterließ.
Was sie dahinter erwartete, wusste auch er nicht.
Er zog sie nur hinab, nahm sie auf, ließ sie leiden.
Vielleicht würden sie weiter leiden, hinter dem Tor.
Vielleicht wartete dort der nächste, zog sie weiter hinab und ließ nichts mehr von ihnen übrig.
Die Menschen waren so einfach.
Schon wenn er sie umwarb, kannte er sie, kannte jeden ihrer Fehler und las ihre Schuld in ihrem Gesicht ab.
Sie trugen keine Masken.
Er kam als einziger verkleidet auf den Ball und nahm sich, wen er wollte.
Sobald er jedoch die Maske abnahm und sein wahres selbst enthüllte, wollten sie zurück.
Sie flehten ihn an.
Doch er kannte kein Erbarmen.
Es gab kein Entkommen.
Nicht für das schönste Gesicht, nicht für die schönsten Versprechungen.
Lügen konnten sie alle, doch er durchschaute sie.
Ihm konnte niemand etwas vor machen.
Er sah die Wahrheit, ließ sich nicht von schönen Worten ablenken oder sich von verzweifelnden Blicken aus der Ruhe bringen.
Er war eiskalt.