Freitag, 19. August 2016

Leichtsinn

Das Bedürfnis zu fühlen,
Unterdrückt von der bitterkalten Nacht.
Nicht Denken, nicht Handeln.
Sich keinen Atemzug im Zuge
Der Präsenz zu erlauben.
Auch wenn sie morden, rauben,
Abstauben jeden Schatz
Im Innern verborgen, verloren geglaubt
Und schließlich vergessen.
Blessuren versteckt unter
Schneeweißen Laken und
Tiefschwarzen Schatten im
Angesicht der Rose, ihrer Dornen.
Blicke wachen über lieblose Schläfer
In der Tiefe des traumlosen,
Raumenlosen Schlafes ohne Zeit,
Gefühl, kühl und distanziert.
Verlier nicht den Kopf,
Der Irrsinn lauert und kauert
Im Gestrüpp der Einsamkeit
Mit glühend roten Augen
Und gebleckten Zähnen.
Wähne dich in Sicherheit,
Bereit, dich auf Lügen zu betten,
Bereit für die Ketten,
Für ein Leben ohne Flügel, ohne Freiheit.
Ein Spielzeug im Käfig,
Wartend, harrend, starrend
Auf die unerreichbar Ferne,
Die du so gern würdest suchen.
Fluchen und schreien bleibt vergebens
Und der Vogel stoppt zu streiken.
Brav und sittsam wird er
Bald zum Einerlei des Alltags.
Und verstaubt nach und nach.
Dürstet, hungert, verlangt,
Giert nach Aufmerksamkeit
Und erntet doch nur Ignoranz.
Die Schmach der Gewohnheit
Lässt sein Herz, langsam, sicher, welken.
Bis, nur noch trüb,
Das Licht sich in Pupillen bricht.
Stumpf vom ewig hoffnungslosen
Spiel der Hoffnung und Verzweiflung.
Bis sich die Lider senken,
Die Atmung verstummt und
Sein Leben, Ungesehen,
Unversehens, sein Ende nimmt.

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