Wie soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? So schwer in Worte zu hüllen, zu füllen mit dem Verstand, kaum zu greifen, diese kleine Sehnsucht, die dort in mir wohnt. Kein Verlangen, keine Liebe, nur die Nähe, näher zu sein, näher zu kommen, sich annähern zu können ohne diese Mauer, diese Wand, dieses Etwas dazwischen zu spüren, das kälter ist als Eis, als Schnee und so trübe wie ein Sturm der Wüste. Wüste Ausdrücke beschleichen mich, schleichen sich an, wollen mich besetzen, hetzen mich und setzen mich unter Druck auszudrücken, was ich fühle. Doch wie soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? Wenn ich doch selbst nicht weiß, was ich will oder wie ich es bekommen kann. Wie ich schwimmen kann im Moor, wie ich mit Zementfüßen laufen kann. Zu Hauf diese Momente, Augenblicke, sich in die Augen zu blicken und doch nicht zu sehen, woran ich bin, wie ein Spiegel der mir nur zeigt, was ich nicht kann, was ich nicht darf. Meine Wünsche in Ketten, meine Träume verglimmen mit den Sternen am Himmel in der finstersten Nacht. Wie ich wache, wie ich schlafe, die Erkenntnis gleitet weiter fort und ich sitze immer noch ahnungslos im Ascheregen ohne Mantel oder Schirm. Und wieder die Fragen: WIe soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? Vielleicht sollte ich es einfach lassen und vergessen, begraben und versenken, mir selbst die Freiheit schenken. Doch da ist dieses Gefühl, so unbestimmt und ungenau, genau kann ich es nicht beschreiben, doch es will mich nicht aufgeben lassen, quält mich ohne Schmerzen, mit nur einem Kribbeln im Bauch. Das Hirn mit Rauch gefüllt, vernebelt mein Denken, lässt mich das Haupt senken, damit niemand mein Lächeln sieht. Ein stummes Verbot, zu viel Freude zu zeigen, gar zu empfinden, Zuneigung nicht ausleben zu dürfen, ein Zerwürfnis zwischen Herz und Kopf. So laufe ich kopflos durch die Welt und frage mich: Wie soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? Fassungslos blicke ich ins Angesicht und hab doch keine klare Sicht. Blinden Flecken rauben mir den Sinn, tastend irre ich umher und einmal mehr finde ich nicht, wonach ich suche. Hilflos klammer ich mich an Vertrautes, an Geglaubtes, an scheinbar Gewisses. Doch ich spüre schon die Klippe, merke wie der Boden sich senkt, das Gewohnte schwenkt und schwankt, kann mich kaum Halten, bei mir Halten, wer ich bin und wonach mir steht. Ohne Ort und Zeit, ohne Gewissheit in der Stille bin ich einsam, lahm vor Verzweiflung und kann kaum widerstehen zurückzuschauen, darauf zu hoffen nicht verlassen zu werden, weil niemand es versteht, ich mich nicht versteh, verstehen kann, denn sie lassen nicht los, die Fragen: Wie soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? Ich kann’s nicht benennen, ich kann es nicht fassen, es lässt mich zittern, lässt mich nicht rasten oder ruhen, pausenlos rinnen mir die Gedanken durch den Kopf und binnen Sekunden bin ich matt, satt von Gefühlen und nah der Ohnmacht, ohne Macht über mich selbst hält mich nichts im Licht, bin Nichts im Licht, Lichter flackern und ersterben vor meinen Augen, laugen mich aus und was bleibt, außer den Fragen, ist nur das Wissen, dass es mich erdrückt und mir den Atem nimmt, mir den Magen verdreht, mich nicht aufrecht stehen lässt. All mein Streben verlangt danach und all mein Wille spricht dagegen und so steh ich zwischen Stühlen und weiß nur, dass ich dich mag. Mehr, als ich sollte.
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