Sehnsucht. Sehnsucht nach Unbeschwertheit. Jeder Meter von meinem Gefängnis weg löst eine weitere Kette. Rasselnd und klappernd gleiten sie zu Boden und bleiben dort liegen, wohl wissend, dass ich zurückkehren muss und sie alle wieder aufhebe. Sie selbst um mein Herz schnüre. Mein ganzes Sein eingeschränkt. Ich existiere nur, ich lebe nicht. Mein Leben weit weg. Ganz woanders. Fremde. Nur dort öffnet sich mein Herz, ist ein Lachen echt und jede Freude real. Ich muss die Bühne verlassen, sonst ist es nur eine Rolle. Mein Leben ein Theaterstück. Vorbestimmtheit. Weg, nur weg von hier! Ich will leben. Doch ich kann nicht, ich bin gefangen. Alltagstrott, Befangenheit, Gewicht auf dem Herzen. Tonnenweise Steine versenken mein Herz im Meer. In dem Meer aus meinen Tränen. So will ich nicht, so kann ich nicht. Alles ist falsch, fühlt sich falsch an. Ich lebte kurze Augenblicke lang und kann sie nicht vergessen. Eingebrannt. So sollte es immer sein. Schmerz. Sehnsucht zerreißt meine Seele, splittert sie in tausende kleine Scherben, die ich hier zurücklasse, nur um kurz zu leben, um dann in meine Betäubung zurückzukehren. Zurück in den Scherbenhaufen, Blut, Schmerz, Hoffnungslosigkeit. Sollte ich es nicht lassen, wenn ich eh nicht leben kann? So kann ich nicht und anders geht es nicht. Ausweglosigkeit, Verzweiflung. Ich will die Lücke, ich will jemand sein, den man vermisst. Doch das werde ich nie sein. Nebenrolle. Ich steh immer nebenan. Ist es nicht alles egal? So wie ich? Aus und vorbei, das Kissen am Mund, an federn erstickt, dem Wasser entgegen, eins mit dem Wasser werden. Doch will ich das? Nein. Ich will leben. Doch ich kann nicht. Es wird nichtmal jemand verstehen. Niemand versteht mich. Bin ich so allein? Warum will ich dann leben? Verwirrung, Unsinn. … verloren bin ich doch eh schon. Aufgegeben.