Donnerstag, 16. Juli 2015

Hast

Solche Rastlosigkeit im Herzen,
Solcher Hass auf den Verstand.
Mag die Hoffnung nicht wagen
Der Verzweiflung zu verzagen
Und mit geöffneten Augen zu wandeln.
Mit dem Zeichen auf der Haut,
Den gehetzten Blick in den Augen,
Nicht vertrauen oder an Wunder glauben.
In Vergessenheit gerät zu schnell,
Was Liebe, unendlich, bedeutet.
Traum und Trauma zu nah beieinander,
Ein Schimmern und Glänzen,
Lächeln schmerzt viel zu sehr,
Gerissene Lippen, geplatzt von Küssen
Voller Versprechen, voller Rache,
Gaben und nehmen, wie Ebbe und Flut,
Gesalzene Tränen und Flügel verbrannt.
Ein Labyrinth im Meer, die Fackel im See,
Atmen lässt die Sterne verblassen
Im nachtschwarzen Himmel voller Leid
Und dem Gedanken an gestern.
Kein Ziel, kein Weg, nur nicht hier,
Gefüllt mit Erinnerung, Verwirrung.
Wie zieht das Leben vorbei,
Allein zwischen vielen Gesichtern
Ertrunken in der Einsamkeit.
Keine Veränderung, kein Wandel,
Kein Wandeln mehr auf dieser Welt.
Und nebenan, neben Zeit und Raum,
Steht das Angesicht zuvor.

Donnerstag, 2. Juli 2015

WRG

Die Sicht verschwimmt, der Blick verklärt,
Ein Atemzug die Schuld vermehrt,
Verherrlicht die Gefangenschaft
Der tausend kleinen toten Raupen
Im Graupelschauer, Sonnenschein,
Eins zu eins am Wiedergeben,
Den Konflikt, das zerissen inner’ Selbst.
Mit der Übelkeit geschlagen,
Verzweifelt versuchen nicht zu verzagen,
Schaufelt schon das eigene Grab,
Zwischen Klagelied und Glockenschlag.
Die Melodie sich setzt, zerfetzt,
Vernichtet jegliche Idylle.
Lauter Flüstern, heiser Raunen,
Kein Fisch bleibt stumm im Zirkel.
Doch wenn die Krähen wieder singen
Und den Strick ans Brett anbringen
Wird die Turmuhr dreizehn schlagen,
Niemand wird mehr etwas sagen,
Geister säuseln, bleiben leis,
Fliegen vor, zurück, im Kreis,
Kommen einsam, gehen einsam,
Sehen sich, dich, mich nicht,
Geben Hoffnung auf die Stille,
Ruhe, endlich Dunkelheit im Licht
Und das ganz ohn’ Selbstverzicht
Oder ein Gesicht zur Schau.