Freitag, 19. Mai 2017

Safran

So viel Zeit für Nichtigkeiten,
So wenig Platz für Wahrheiten.
Ungleiche Bindungen rauben jeden Nerv.
Hinter süßen Worten steckt nur Leere.
Wir sind nicht unfähig zu lieben,
Wir sind nur den Aufwand nicht gewohnt.
Abgenutzt von Lügen, Versprechen,
Von der Hoffnung auf die Sonne.
Und doch bringt der Sommer nur
Den warmen Mantel kalter Herzen.
Vertauscht, geraubt, genommen,
Ohne Warnung, ohne Wolken.
So bleiben Übelkeit und Schwindel,
Das Gefühl der Schwebe
Und die Hast, den Moment zu verpassen,
Verlassen zu werden von wohlgeformter,
Wohl gewohnter Schrift und Sprache.
Falsche Schatten verraten die List
Und die Fassade, die Scheinheiligkeit,
Beginnt schon zu bröckeln.
Lustlos liegt das Ich auf der Zunge,
Doch verstummt und verschlossen
Bleibt es unbeachtet.
Sanfter Regen für die Seele
Verwäscht die zweite Schicht,
Spült ab die zweite Chance und
Erneut, voller Frust und Hast,
Nimmt sich die Benommenheit,
Das Nicht-Sein seinen Platz.
Unklar und ungenau umrissen,
Doch das Licht bleibt nicht
Und kommt kaum zurück.
Keine Kraft zu lächeln,
Keine Kraft zu bleiben,
Keine Kraft, so zu tun
Als ginge es weiter,
Als wäre alles wie bisher.
Veränderungen rauben Sinne,
Doch nur, weil die Rechnung nicht aufgeht,
Nicht aufgehen kann, nicht aufgehen darf,
Auch wenn die Erwartung besteht
Und auch die Routine weiter bleibt.
Doch das Glück war wohl nie echt.

Schwarz

Ein falsches Wort,
Ein falscher Blick,
Nur ein Atemzug zu viel.
Unbedacht zu fest zugepackt,
Den Boden unter den Füßen verloren
Und viel zu kurz nur geflogen,
Für einen Moment den Flug genossen,
Beflügelt und so glücklich wie nie,
Doch vom Fall zerstört,
Als alle Träume platzten,
Gefühle in der Brise schwanden
Und die Hoffnung mit der Sonne ging.
Verletzt und gebrochen und wieder
Unglücklich hilflos vergessen
Im Dreck zwischen Müll und Unrat vegetieren,
Trotz aller Falschheit und den Schein wahrend,
Nach Außen noch wie immer.

Blau

Und nun fehlen mir die Worte.
Die Freunde, die mich nie verließen.
Ich fühle mich falsch und fehlerhaft,
Vollends gebrochen und beraubt.
Ihr habt sie gestohlen und
Nun bin ich wirklich leer.
Eine Hülle für Nichts,
Nicht einmal schön anzusehen.
Nicht mehr ich selbst
Und nicht mal annähernd tot.
Ein kranker Zweig im Baum.
Kaputt.

Grau

Die Zeit mag alle Wunden heilen,
Doch schützt sie nicht vor Neuen
Und auch nicht vor wiederholten Fehlern.
Mit der Zeit verlässt mich das Vertrauen,
Die Hoffnung und auch jede Liebe.

Orange

Ihr hattet sie.
Die schönen Worte.
Die gestohlene Zeit.
Die Wärme, die ich brauchte.
Ihr hattet sie.
Die letzte Hoffnung.
Das falsche Lächeln.
Das, was meine Sehnsucht stillte.
Doch alles war nur Schein.
So hat sich wohl der Aufwand
Nicht länger gelohnt.
Und zwischen zusammengepressten
Zähnen zischt ihr weiter Lügen,
Speist mich ab und
Lasst mich doch in der Ecke liegen,
Wie das ungeliebte Spielzeug,
Das ihr braucht.
Zu abgenutzt, zu abgegriffen, zu aufgebraucht,
Legt mit tausend Fragen und
Und löst das Rätsel nie für mich.
Sagt, was bin ich für euch?

Rot

Angemalt und aufgemacht,
Masken über Narben, Zeichen
Zerren Tränen, Trauer und
Zeigen Herzlichkeit, viel Liebe.
Lachen nie so falsch,
Freude lang verloren.
Die Stimmen schwinden,
Gehen, wechseln wie Ebbe und Flut,
Angezogen von der Sonne,
Strahle doch nur in der Nacht,
Kann neben Sternen nicht bestehen
Und bin doch nur zur dunkelsten Stunde interessant.
Wenn aus Geben und Nehmen
Nur Nehmen und Wegnehmen wird,
Steh ich mit leeren Händen
Und voller Verzweiflung da,
Plötzlich auch im Regen bebend
Oder gleich in der Traufe ertrinkend.
Was ich auch tue,
Was ich sage,
Kälte frisst die ausgestreckte Hand
Und ungewärmt zerbricht sie bald.
Bin nicht mehr ganz,
Nicht mal mehr halb,
Verlor mein Ich in uns, in euch.
Kann weder allein gehen,
Noch nicht einmal sehen,
Wo der Weg sich erbricht
Oder jenes letzte Licht der Hoffnungslosen.
Doch egal, wie ich schreie,
Gestern kehrt nicht mehr zurück und
Ich erlebe Regression und
Alles beginnt von vorn.
Und gegen die Angst komm ich nicht an.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Zufluss

Ein Lichtermeer aus dunklen Augen,
Nebels Mieder birgt die Schatten,
Verborgen in der Häuslichkeit.