Mittwoch, 29. Juni 2011

Das Monster in mir.

Von der Sonne geküsst, auf's Leben gespuckt. Verrannt, verhext, verbittert. Hoffen auf morgen, heute Augen zu und durch. Vergessen, geliebt, vergöttert. Auf Knien rutschen sie vor dir, strahlen in dein Angesicht. Erwacht, erlebt, gelitten. Eiskaltes Wasser ins Gesicht, das Gefühl des lebendig seins. Bekannt, verstanden, erzogen. Jede Bewegung abgewägt, jede Regung berechnet, keine Fehler begehen. Gefürchtet, gehasst, umsorgt. Nie allein gewesen und doch einsam sein. Bedrängt, gebrochen, gezeichnet. Das Leben in dir, das Licht erbricht sich im Wasser. Geborgen, getröstet, vernichtet. Blutunterlaufene Augen, das Herz in Stücke gerissen, der Grund verschleiert. Tote Lippen, tote Worte. Leere Seele, abgespaltene Erinnerung. Watte dämpft, Empfindungen weit weg. Verlernt zu leben, gefallen, nicht fähig zu gehen, aufzustehen. Gewissen getötet, ermordet vom Kummer. Gram gefüllt, Tränen versiegt. Dein Lachen bröckelt dir von Gesicht, Ausdruck entgleist, entstellt vom Leben. Heilende Liebe, gefundene Sehnsucht. Blut spucken, abgenutztes Sein. Polierter Knochen, zerbrochener Blick. 
Sag mir, warum wolltest du das?


Mich prägt Unverständnis, kann dein Handeln nicht nachvollziehen. Eifersucht und Gier. Neid und Hass. Dein Leben mit Füßen getreten, weggeworfen, blickst nicht einmal zurück. Empfindest keine Reue, keine Trauer, weißt nur, was einmal war. Du hast genossen, gelacht, gelebt. Der Glanz in deinen Augen verlosch, abgestumpft schaust du in die Welt hinaus. Machst dir etwas vor, lügst alle an. Sorge anderer interessiert dich nicht. Egoistisch, narzisstisch, sich selbst verurteilend blickst du ins Leben. Das Lächeln ins Gesicht gemalt, die Tränen abgewischt. Das Feuer in deinen Venen, erstarrt an der Kälte, die dein Herz ausstrahlt. Ignorant und gleichgültig stakst du durch's Leben, erkennst dich selbst nicht. Keine Reaktion, keine Emotion, verlassenes Haus, leerstehender Körper. Du liegst im Koma, merkst es selbst nicht. Wie schlafend taumelst du umher, regst dich nicht, vergisst dich selbst. Erinnerungen verblassen, Staub auf dem Papier, das Foto vergilbt. 
Und das alles sage ich dir, schreie es dir ins Gesicht.
Du regst dich nicht, wehrst dich nicht.
Drehst dich weg und gehst.
Wie du es schon dein ganzes Leben lang tust, wie ich dich schon immer kenne, besser als jeden anderen.


... ich zertrümmere den Spiegel, sehe die Scherben herabregnen und sehe nur noch, wie du langsam und bruchstückhaft zu Boden gehst...

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