Ich würd auch gern mal wo mitmachen, die Sau raus lassen, nicht nur verfassen, sondern auch vortragen und einmal zeigen was ich kann, der Welt ins dreckige Gesicht lachen und über den Schwachen stehen, mal vorwärts gehen und anfangen meine Träume zu leben. Doch dafür sind meine Texte zu kurz und mein Atem zu lang. Es hapert am Ton, am Klang, ich kann mir sowieso nicht alles merken und die Werke, die ich mache, das will doch niemand hören. Insgesamt, ich stand ja schon auf Bühnen, aber doch nicht mit was selbst gemachtem, wie soll ich denn da so tun als wär ich sicher in meinem Machen und nein, das schaff ich doch gar nicht, da lacht man mir doch eher ins Gesicht als das dann da wer applaudiert, nein, nein, wie soll das je funktionieren.
Ich würd ja gern mal einen Haufen Bücher besitzen, sodass sie stehen in allen Ecken und Ritzen, einen ganzen Raum füllen und sie täglich neu sortieren, kapieren, wie das System gedacht ist, die Liste jeden Tag erweitern und natürlich nicht am Lesen scheitern, mal vorwärts gehen und anfangen meine Träume zu leben. Doch wem mach ich was vor, woher sollen sie kommen, Bücher wachsen nicht auf Bäumen, ehm, in Räumen und sowieso, was will ich mit so vielen, ich hab keinen Platz, ich hab keine Zeit, ich geleit sie doch nur in ein Leben voller Staub. Doch es raubt mir den Verstand, die Zeit verrinnt wie Sand in meinen Fingern, spür sie gehen und gleiten, reiten in den Sonnenuntergang und was mach ich? Ich sitze hier, ich kleiner Tor und bin so klug als wie zuvor. Ich kann nichts, ich habe nichts und träumen ist ein Fehler, doch wie soll ich leben ohne Träume? Ich kann nichts machen, kann nichts raffen, wenn ich keinen Antrieb hab. Wenn ich nicht will, geh ich keinen Schritt, leiste mir keinen Fehltritt, sitze sittsam in der Ecke und starre leere Wände an. Man, so klingt es fast schön langweilig zu sein. Nicht mit sich im Reinen zu sein, das innere Schwein nie besiegt zu haben, sich nicht aufraffen zu können, um mal vorwärts zu gehen und seine Träume zu leben.
Lasst uns einen Anfang machen, etwas starten, mal ein klitzekleines bisschen Ausarten, mal was verändern: Jeder nimmt ‘nen Zettel raus und schreibt - nicht winzig an den Rändern - einen seiner liebsten Träume, eine Idee, die ihr schon lange habt, grabt mal tief in der Erinnerung und schreibt es auf das Blatt. Schaut es gut an, kann man es lesen, es verstehen, was auf eurem Blättchen steht? Ja? Wunderbar. Dann geben wir uns ein Versprechen, wehe, einer wird das brechen, wenn wir das nächste Mal alle hier beisammen sind, egal, ob Mann, Maus oder Kind, habt ihr angefangen vorwärts zu gehen, eure Träume zu leben, habt angefangen, nicht mehr im Schatten zu stehen oder eher sitzen, mit Witz mal was neues angegangen und euch nicht ausreden lassen, das sei Schwachsinn und das klappt doch sowieso nicht. Habt aufgehört, so zu tun, als gäb es tausend Gründe, es nicht zu tun, euch auf anderen Erfolgen auszuruhen, habt euer inneres Schwein besiegt und allen den Krieg erklärt, die meinten, ihr packt das sowieso nicht. Denn wenn wir uns alle nur nie trauen, dass zu machen, was wir wollen, wie sollen wir dann was erleben, wie sollen wir dann glücklich sein?
Ich denke, Träume sind zu oft nur Phrasen, man traut sich kaum nur was zu sagen, obwohl doch alle wissen, dass man innerlich noch voller Hoffnung ist, seinen Frust auch weiter in sich frisst und wieder und wieder am Anfangen scheitert.
Ich denke, wir sollten alle einmal vorwärts gehen und unsere Träume auch tatsächlich, endlich, ausleben, erleben, überleben, in den Tag hinein leben, leben lassen und unser Leben lebenswert machen.
Lasst uns leben.
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