Samstag, 15. Juli 2017

Timelord

Wie ein stetiger Trommelschlag jagt die Zeit dahin, fliegt mit dem Wind, schlägt mir mit 110 kmh um die Ohren und auf den Magen. Kaum lande ich in einem Moment bin ich drei Tage weiter und alles verschwimmt vor meinen Augen, kann kaum klar sehen, wo ich bin und wer da ist, sehe nicht, wie die Zeit mich frisst und ich dem Ticken der Uhr nicht entkommen kann. Nur der Schwindel vom ständigen Drehen um sich selbst, der bleibt, treibt mich weiter voran zwischen Flimmerlichtern und Neonreklamen, in der Welt umher, viel mehr sehen, viel schneller, schneller, schneller und ohne Rast. Hast ist die Devise. Heute ist nicht schnell genug und auch nicht schnell genug vorbei, leb in Gedanken schon übermorgen und doch noch vorgestern. Stunden sind Sekunden und eine Minute währt ewig lang, der Gang durchs Leben liegt wie im Nebel, hebelt mich aus und mein Kopf kommt nicht mit. Selbst Ruhe ist ein Trugschluss und mein Herz rast, schlägt um sich und findet zwischen tausend Gesichtern doch keine Wärme. Der Lärm der Menschen überreizt die Ohren, den Verstand und wie Sand rinnt mir die Erinnerung durch die Hände. Wo war ich gestern, wo bin ich jetzt? Verletzt von zu viel ist die Dunkelheit der Stille der Atem selbst. Gewesen. Doch nun im Wesen auch vollkommen verkommen und nicht mehr so, wie es war. Wie Sehnsucht und Angst aus ihr trieb, so verblieb doch wenigstens etwas, das bleibt. Unglück ist ruhiger als Freude, als Freunde und jede Liebe. Fürchte Wünsche, denn sie könnten sich erfüllen und nicht jede Veränderung ist gut und tut gut und bleibt gut und Blut ist nicht dicker als der Teer der Straßen und der Ruf der Ferne. Wie erschlagen von Möglichkeiten, Chancen, wie in Trance einen Abzweig nach dem andern nehmend, lähmend immer weiter gehen, bloß nicht stehen bleiben und sich treiben lassen im Wasser, sich umschauen oder gar nichts tun. So anmaßend zu sein die Zeit nicht zu nutzen, ungenutzt verstreichen zu lassen, fassungslos entlang zu stolpern. Sind wir doch nur Eintagsfliegen und kaum da, schon vorbei. Das Gefühl der Vergänglichkeit zu ignorieren, ihm die Stimme und Zunge zu entreißen, sich verbeißen in Augenblicke, in Stücke der Wirklichkeit. Und da sein, wirklich da sein, ohne einen Blick auf gestern und morgen, auf einen Blick auf andere Menschen, Orte, Worte ungesprochen und doch im Raum. Zeit muss man sich nehmen und nicht nehmen lassen, Momente erfassen, Momente zum Anfassen, es belassen können und nicht nur mehr und mehr zu wollen, viel und am besten alles, alles auf einmal.

Denn Gott wohnt in der Stille. Und bei ihm wohnt mein Glück.

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