Eine neue Ordnung, ein neues Chaos, ein Schilderwald voller Bewegung und Geraschel. Hundert Liedzeilen im Kopf, doch keine passt zur Stimmung. Tausend Gedanken und keiner verrät mir, was nicht stimmt. Die Einzahl im Gefühl allein. Der Flügel bleibt unbespielt, das Klavierzimmer verstaubt. Im Käfig aus Rippen das Herz verliert den Takt, aus der Bahn geworfen, aus dem Strom gerissen. Müde Augen tränen nicht. Die Melancholie nährt sich von Schatten. Bist du irgendwo, in Gedanken, bei mir? Der Sonnenstrahl im Staub zerfällt, wie die Ruinen der Erinnerung. Steine brechen, Nebel wallt, Herbstlicht in Unruhe. Ein dumpfes Pochen stört die Nacht, will doch nur in Ruhe Ruhe haben und hab sie doch nicht. Wieder Wispern, denn die Stimmen schlafen nicht. Kalter Kaffee für die Welt. Brauche doch nur einen Blick, einen klaren Halt. Alles verschwimmt, verändert sich. So abstrakt, so ausgetauscht, so verrückt, so dunkel. So, so dunkel. Rufst du mich? Ich träume mit offenen Augen, träume von Gaunern und Halunken, von Schreckgespenster und Gesichtslosen, von Masken und Demaskierten. Mein Wunschstern verlosch, mein Glücksklee verdorrt. Ich friere in der Heizungsluft. Ich friere, weil du nicht kalt bist. Mein Mund so trocken, mein Körper so träge. Giftefeu rankt sich um die Beine, hält mich fest in diesem Moment, hält mich fest und bindet mich. Ich kann den Grundstein nicht überwinden, so schwindend ist meine Kraft. Lacht nur, zeigt die spitzen Zähne, zeigt das hässliche Maul. Sperrangelweit offen klaffende Wunden voller Blut und Schmutz, immer näher schnappend. Weinst du für mich? Jede Angst ein Schrei, jeder Schrei eine Fessel und jede Fessel ein wenig weniger Ich. Wie die Blüten welke ich und friste nur kurz, ich weile nicht. Schutt und Asche sind mein Lohn. Klein und bekümmert, voller Wut und Frust, voller Gram und Verzweiflung. Immer trüber wird der Mond. Bald, oh bald. Warte ich. Wartest du auf mich?
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