Dienstag, 29. Mai 2012
In meinem Kopf.
Wo niemand fragt und niemand sieht, an diesem Ort lebt's sich allein. Im Kampf gegen Schatten versagt das Herz nur allzu schnell. Und vermisst wird nur der Sonnenschein. Im Tränenmeer kannst Bahnen ziehen, mit Blut auf Haut Geschichten schreiben. Der Spiegel aus Fieber und Wahn anderer zeigt dir dich, nur nicht genau. Im Höllenschlund lässt's sich gut träumen, die Realität wär viel zu viel. Schwarz auf Rot auf Grau in Braun, trist wird hier gefristet. Missgestaltet wandeln, ohne Zutun, Körper ohne Geist. Schwarzes Laub vom schwarzen Baum den Boden hier bedeckt. Und raschelt es, wenn über es, Haut und Knochen - kein Gesicht - ihren Weg sich Bahnen, wie das Gewürm in diesen Venen. Ohne Augen, ohne Herz, lebend bist du hier verloren. Köpfe rollen, Arme fallen, Knochen schwingen hin und her. Und über allem, schwarze Engel, verrichten missgestimmt ihr Werk. Lauf! Sobald sie dich erblicken, wird jede Freude dir verwehrt. Gefangen zwischen Nichts und Tod, fristest fort allein dein Dasein. Auf ewig.
Totensänger.
Und im Dämmerlicht allein,
die Amsel auf der Fensterbank,
dunkler Fleck inmitten Weiß.
Nach Routine läuft ihr Tag,
wird doch nicht tun,
wonach ihr ist.
Im größten Käfig eingesperrt,
der Flugversuch verboten.
Doch können Vögel weinen?
Es tönt ein "Nein!",
doch Schall trägt "Ja"...
und der Amsel fließen Tränen.
Ihr Verstand will sich nicht brechen,
sie breitet ihre Flügel aus.
Doch kalte Hände packen hart
und schnell ist sie kein Vogel mehr.
In ihrer Ohnmacht schaut sie zu,
rote Rosen erblühn zu ihren Füßen.
Läuft gegen Wände,
hinterlässt ihre Spur,
doch erwartet wird sie bald allein.
In unendlicher Dunkelheit
nur einen Freund sie kennt.
Den einzigen und letzten.
Sonntag, 20. Mai 2012
Ein Kuss voll Gewalt.
So und nicht anders.
Das Leben schreibt Geschichte.
In Schwarz, in Weiß,
im Regen stehend,
jeder Frohklang so vergeht.
Vielleicht allein, vielleicht zu zweit,
doch niemals nicht ganz einsam.
Der Vorhang hebt,
die Bühne bebt,
das Schauspiel neu beginnt.
Verblasst, verfärbt, verzerrt,
das Nicht-Gesicht.
Im Spiegel nicht,
in Realität anders,
verloren die Orientierung.
Der Irrsinn spielt Klavier,
versteckt, verdeckt, beerdigt.
Und Säure der Augen
verätzt Lächeln und jedes Herz.
Der Blick gesenkt,
der Stolz vom Kopf her fällt.
Die Sonne meiden,
an Schmerz weiden,
befleckt vergilbt,
Vergangenheit.
Doch jedes Tropfen
reißt und beißt
das Selbst in kleine Fetzen.
Doch leider,
nicht anders,
dieser Kuss voll Gewalt.
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