Dienstag, 29. Mai 2012

Totensänger.


Und im Dämmerlicht allein,
die Amsel auf der Fensterbank,
dunkler Fleck inmitten Weiß.
Nach Routine läuft ihr Tag,
wird doch nicht tun,
wonach ihr ist.
Im größten Käfig eingesperrt,
der Flugversuch verboten.
Doch können Vögel weinen?
Es tönt ein "Nein!",
doch Schall trägt "Ja"...
und der Amsel fließen Tränen.
Ihr Verstand will sich nicht brechen,
sie breitet ihre Flügel aus.
Doch kalte Hände packen hart
und schnell ist sie kein Vogel mehr.
In ihrer Ohnmacht schaut sie zu,
rote Rosen erblühn zu ihren Füßen.
Läuft gegen Wände,
hinterlässt ihre Spur,
doch erwartet wird sie bald allein.
In unendlicher Dunkelheit
nur einen Freund sie kennt.
Den einzigen und letzten.

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