Samstag, 22. August 2015

Ich würd ja gern...

Ich würd auch gern mal wo mitmachen, die Sau raus lassen, nicht nur verfassen, sondern auch vortragen und einmal zeigen was ich kann, der Welt ins dreckige Gesicht lachen und über den Schwachen stehen, mal vorwärts gehen und anfangen meine Träume zu leben. Doch dafür sind meine Texte zu kurz und mein Atem zu lang. Es hapert am Ton, am Klang, ich kann mir sowieso nicht alles merken und die Werke, die ich mache, das will doch niemand hören. Insgesamt, ich stand ja schon auf Bühnen, aber doch nicht mit was selbst gemachtem, wie soll ich denn da so tun als wär ich sicher in meinem Machen und nein, das schaff ich doch gar nicht, da lacht man mir doch eher ins Gesicht als das dann da wer applaudiert, nein, nein, wie soll das je funktionieren.
Ich würd ja gern mal einen Haufen Bücher besitzen, sodass sie stehen in allen Ecken und Ritzen, einen ganzen Raum füllen und sie täglich neu sortieren, kapieren, wie das System gedacht ist, die Liste jeden Tag erweitern und natürlich nicht am Lesen scheitern, mal vorwärts gehen und anfangen meine Träume zu leben. Doch wem mach ich was vor, woher sollen sie kommen, Bücher wachsen nicht auf Bäumen, ehm, in Räumen und sowieso, was will ich mit so vielen, ich hab keinen Platz, ich hab keine Zeit, ich geleit sie doch nur in ein Leben voller Staub. Doch es raubt mir den Verstand, die Zeit verrinnt wie Sand in meinen Fingern, spür sie gehen und gleiten, reiten in den Sonnenuntergang und was mach ich? Ich sitze hier, ich kleiner Tor und bin so klug als wie zuvor. Ich kann nichts, ich habe nichts und träumen ist ein Fehler, doch wie soll ich leben ohne Träume? Ich kann nichts machen, kann nichts raffen, wenn ich keinen Antrieb hab. Wenn ich nicht will, geh ich keinen Schritt, leiste mir keinen Fehltritt, sitze sittsam in der Ecke und starre leere Wände an. Man, so klingt es fast schön langweilig zu sein. Nicht mit sich im Reinen zu sein, das innere Schwein nie besiegt zu haben, sich nicht aufraffen zu können, um mal vorwärts zu gehen und seine Träume zu leben.
Lasst uns einen Anfang machen, etwas starten, mal ein klitzekleines bisschen Ausarten, mal was verändern: Jeder nimmt ‘nen Zettel raus und schreibt - nicht winzig an den Rändern - einen seiner liebsten Träume, eine Idee, die ihr schon lange habt, grabt mal tief in der Erinnerung und schreibt es auf das Blatt. Schaut es gut an, kann man es lesen, es verstehen, was auf eurem Blättchen steht? Ja? Wunderbar. Dann geben wir uns ein Versprechen, wehe, einer wird das brechen, wenn wir das nächste Mal alle hier beisammen sind, egal, ob Mann, Maus oder Kind, habt ihr angefangen vorwärts zu gehen, eure Träume zu leben, habt angefangen, nicht mehr im Schatten zu stehen oder eher sitzen, mit Witz mal was neues angegangen und euch nicht ausreden lassen, das sei Schwachsinn und das klappt doch sowieso nicht. Habt aufgehört, so zu tun, als gäb es tausend Gründe, es nicht zu tun, euch auf anderen Erfolgen auszuruhen, habt euer inneres Schwein besiegt und allen den Krieg erklärt, die meinten, ihr packt das sowieso nicht. Denn wenn wir uns alle nur nie trauen, dass zu machen, was wir wollen, wie sollen wir dann was erleben, wie sollen wir dann glücklich sein?
Ich denke, Träume sind zu oft nur Phrasen, man traut sich kaum nur was zu sagen, obwohl doch alle wissen, dass man innerlich noch voller Hoffnung ist, seinen Frust auch weiter in sich frisst und wieder und wieder am Anfangen scheitert.
Ich denke, wir sollten alle einmal vorwärts gehen und unsere Träume auch tatsächlich, endlich, ausleben, erleben, überleben, in den Tag hinein leben, leben lassen und unser Leben lebenswert machen.
Lasst uns leben.

Freitag, 21. August 2015

Prost

Ich könnt kotzen, mich übergeben,
Doch Gläser hoch - ein Prost auf’s Leben!
Lasst uns feiern, lasst uns tanzen,
Die Gefühle außer Acht, schalt ab den Kopf,
Vergiss dein Herz und auch jeden kleinen Schmerz,
Stoß an mit uns, macht jeder so,
Auch wenn sich dir der Magen dreht,
Auch wenn du nicht mehr aufrecht stehst,
Erst recht, wenn jemand zu dir sieht,
Dich beäugt und verachtet,
Deine Maske bricht und reißt,
Die du angelegt so voller Fleiß,
Denn Außen und Innen muss ja aussehen perfekt,
Wie geleckt und frisch gemacht,
Auch wenn du nicht mehr atmen kannst,
Die Panik dir die Luft wegnimmt,
Dein Herz einengt und nichts mehr stimmt,
Du kotzen könntest, dich übergeben,
Doch Gläschen hoch - ein Prost auf’s Leben!
Wirf den Alltag fort von dir,
Wann bist du denn schon mal hier?
Tu so als gäb’s kein Morgen mehr,
Mach einen drauf, geh einmal ab,
Ein Nein gibt’s sowieso nicht.
Er will nicht mehr? Er will nach Haus?
So ‘ne Lusche, gleich mal raus!
Vergiss den Typen, der kann nix ab,
Matt und öde, alt wird er,
Lass den in Ruhe, schwing die Schuhe,
Er könnte kotzen, sich übergeben,
Doch Gläschen hoch - ein Prost auf’s Leben!
Wir feiern auch alleine weiter,
Scheitern oder aufgeben ist kein Ziel,
Spiel das Spiel und zieh mal dran!
Wir werden wie auf Wolken schweben,
Kleben nicht mehr am Boden und
Wir können leben!
Das große Ziel, was ein jeder von uns will,
Wir wollen anders sein, besonders sein,
Schön und stark und klug und mutig,
Sehen uns vom Bildschirm blitzen,
Sitzen in den hohen Stühlen,
Doch wissen genau - das alles ist Lüge.
Betrügen und lügen alle an,
Sind einsam und arm am Mann,
Könnten kotzen, uns übergeben,
Doch Gläser hoch - ein Prost auf’s Leben!

Donnerstag, 13. August 2015

Nein.

Von Anfang an, da reden sie auf mich ein,
Von Geburt an, ganz klein, kann kaum auf eigenen Füßen stehen,
Geschweige denn gehen oder reden oder verstehen, was das soll,
Doch schon kommen diese Sätze, diese Phrasen,
Das mundtote Volk setzt sich auf und abgedroschen rollt die Lawine auf mich zu.
“Schätzchen, vergiss nie zu lächeln, dann siehst du doch viel freundlicher aus!”
Doch wie ich lächeln soll, das bleibt geheim,
Wie soll ich lächeln, wenn ich nicht gut drauf bin?
Wenn der Morgenwind hustet und prustet
Und ich kaum gegen ihn laufen kann,
Wie soll ich da lächeln?
Meine Last bleibt mein, ich schließ sie ein, in einen Käfig aus falschem Gold,
Aus Glück und einem Lächeln - ich muss ja freundlich aussehen!
Was alle denken, wieso drehen sich die Gedanken nur um die Anderen und nie um mich,
Werd übersehen, man erkennt mich nicht.
“Aber Schätzchen, vergiss nie zu lächeln, dann siehst du doch viel freundlicher aus!”
Und wenn die ganze Welt sich gegen mich verschwört,
Mich der ganze Charme nicht mehr betört, sondern stört und anwidert,
Wenn Lüge und Heuchelei auf meinen Magen schlagen,
Soll ich den Mund schließen und gar nichts sagen?
Wie soll ich da lächeln?
Als ob ein Lächeln lässt verschwinden meine Probleme, meine Sorgen und Wehwechen,
Meine Weste wieder weiß bleicht oder vielleicht auch einfach nur fürs Morgen reicht.
Ich kann, ich soll, ich will nicht trügen, mich nicht selbst belügen,
Ich will zeigen, was ich fühle, wie mir ist und wo mir der Kopf steht,
“Schätzchen, vergiss das mit dem Lächeln, ich will nicht freundlich aussehen!”
Ich will lächeln, wenn mir danach ist,
Wenn sich keine Sorge in meine Gedanken frisst,
Mich kein Dämon um den Schlaf bringt,
Meine Tränen versiegt sind,
Wenn ich glücklich bin, dann lächel ich.
“Schätzchen, vergiss das mit dem Lächeln, ich mach’s nicht ohne Grund!”
Statt Phrasen und leere Blasen voller Worte ohne Sinn,
Wie wär’s mit “Taten sprechen lassen”, es nicht bei Sprachgedöns belassen
Und damit, mich einfach zum Lächeln zu bringen?
Wenn wir alle nur lächeln würden, weil uns jemand dazu bringt, nicht weil jeder danach ringt, Zwanghaft glücklich und immer freundlich zu wirken,
Wär’s nicht schöner ehrlich sein zu dürfen?

Donnerstag, 16. Juli 2015

Hast

Solche Rastlosigkeit im Herzen,
Solcher Hass auf den Verstand.
Mag die Hoffnung nicht wagen
Der Verzweiflung zu verzagen
Und mit geöffneten Augen zu wandeln.
Mit dem Zeichen auf der Haut,
Den gehetzten Blick in den Augen,
Nicht vertrauen oder an Wunder glauben.
In Vergessenheit gerät zu schnell,
Was Liebe, unendlich, bedeutet.
Traum und Trauma zu nah beieinander,
Ein Schimmern und Glänzen,
Lächeln schmerzt viel zu sehr,
Gerissene Lippen, geplatzt von Küssen
Voller Versprechen, voller Rache,
Gaben und nehmen, wie Ebbe und Flut,
Gesalzene Tränen und Flügel verbrannt.
Ein Labyrinth im Meer, die Fackel im See,
Atmen lässt die Sterne verblassen
Im nachtschwarzen Himmel voller Leid
Und dem Gedanken an gestern.
Kein Ziel, kein Weg, nur nicht hier,
Gefüllt mit Erinnerung, Verwirrung.
Wie zieht das Leben vorbei,
Allein zwischen vielen Gesichtern
Ertrunken in der Einsamkeit.
Keine Veränderung, kein Wandel,
Kein Wandeln mehr auf dieser Welt.
Und nebenan, neben Zeit und Raum,
Steht das Angesicht zuvor.

Donnerstag, 2. Juli 2015

WRG

Die Sicht verschwimmt, der Blick verklärt,
Ein Atemzug die Schuld vermehrt,
Verherrlicht die Gefangenschaft
Der tausend kleinen toten Raupen
Im Graupelschauer, Sonnenschein,
Eins zu eins am Wiedergeben,
Den Konflikt, das zerissen inner’ Selbst.
Mit der Übelkeit geschlagen,
Verzweifelt versuchen nicht zu verzagen,
Schaufelt schon das eigene Grab,
Zwischen Klagelied und Glockenschlag.
Die Melodie sich setzt, zerfetzt,
Vernichtet jegliche Idylle.
Lauter Flüstern, heiser Raunen,
Kein Fisch bleibt stumm im Zirkel.
Doch wenn die Krähen wieder singen
Und den Strick ans Brett anbringen
Wird die Turmuhr dreizehn schlagen,
Niemand wird mehr etwas sagen,
Geister säuseln, bleiben leis,
Fliegen vor, zurück, im Kreis,
Kommen einsam, gehen einsam,
Sehen sich, dich, mich nicht,
Geben Hoffnung auf die Stille,
Ruhe, endlich Dunkelheit im Licht
Und das ganz ohn’ Selbstverzicht
Oder ein Gesicht zur Schau.

Dienstag, 6. Januar 2015

Abendrot

Die Gewissheit, die mich quält,
Die Wärme, die mir fehlt.
Zu wissen, ich werd nie die Rose zwischen Nesseln sein,
Ich werde nie werden in deiner Nacht der Mondschein.
Pure Folter, schmerzverzerrt und blind vor Farben,
Kann dein Gesicht nicht sehen,
Nicht mehr aufrecht vor dir stehen,
Das Kribbeln, das Brennen, es ringt mich nieder.
Doch Kälte bleibt am Boden und so wirst du nie meinen Kummer sehen, über mir stehend bleiben und lächelnd, Hand in Hand mit anderen weiter gehen.
Wie der Fisch im Glas nie zu dir über Freiheit spricht
Und innerlich vor Verlangen trotzdem zerbricht,
So treibe ich im Grauen,
Zerstochen von Dornen im Dreck.
Eine Andeutung, ein zu viel, ein doch zu wenig, der Wahnsinn beginnt sein Konzert in meinem Kopf und zermürbt jeden Gedanken.
Ich stecke fest - kann weder vor noch zurück, will nur nicht mehr fühlen, wie du greifbar bist und doch unendlich fern, in diesem Nebel nur der Schatten einer helfenden Hand.
Ersticke an den Worten, die zu schwer wiegen, meine Zunge erdrückt von der Last, mein Hals verschlossen von einer Mauer aus Angst.
Will nicht zerstören, will nicht verlieren, doch die Motten rauben mir den Verstand.
Immer tiefer sink ich in Morast, der Sumpf will mich nicht gehen sehen.                
Bleibe im Dickicht, leide ohne einen Funken Licht von dir, unbewusst, ungewusst, nur fast nicht allein.

Pouring

This tiny piece in my chest's telling me that something's missing.
An empty space nothing can fill,
It breaks my heart, it takes my will.
Ripping me apart and taking me down, on my knees begging to be free.
But a cage is taking my wings and my faith.
A little skull just next to mine, death glares outta death holes. Ready to fall, ready to call me back to my past, to the little light of hope.
My little star, a wish of death, upon a burning sky tonight flies by to turn around and face me like my great desire to die.
While thoughts and words are crawling in the deepest dust to find a restless part of what's  supposed to be my soul.
And never dirt and demons fought with roses of ice.
The snow, like tears, fall lightly down and lead the nightshades beast to sleep between cold and colder crystals in a diamond wasteland.
A staying urge to kill myself, to cut my flesh to pieces, changes my view and every colour of the world gets a darker shade of black.                 
It burns my lips, it blacks my lungs, the smoke's the only way to calmth.                       
The deep blue sea reminds of you  and the only warmth in heart stays true.