Dienstag, 24. Oktober 2017

Findelkind und Gauklersohn

Findelkind und Gauklersohn, schon der Teufel in Person, demaskierst dich nur zum Schein und bleibst die Unruhe vorm Sturm. Das Ohngesicht der Menge, facettenreich in grau und Schatten, eine Ratte unter Blumen, ein Ungeheuer wohl getarnt. Wieso glauben, wieso trauen, wieso lieben? Distanz in der Nähe, umnachtet von Nebelschwaden, unfassbar, ungreifbar, ungenau und rauen Herzens, gefürchtet und verachtet. Der Gedanke an Rache so tief ins Selbst gebrannt, bist nicht die Rose selbst, sondern ihr Dorn, so voller Zorn und trachtend nach der Unversehrtheit, nach der Reinheit, willst verderben, ersterben sehen, nicht mit ihnen gehen, aber führen, ins Leid und in den Untergang, Abgesang, ein Bund mit der Hölle ist die Liebe zu dir. Schon in den Augen zeichnet sich dein Hass, eingefasst von Lügen in blau. Jede Erwartung enttäuscht, jeder Kontakt in Trümmern, jede Regung zerstört, kannst es nicht ertragen, ragst nur empor, stichst nur heraus in Finsternis. Zartbitter spielst du Mensch als Akt der Täuschung, füllst die Rolle doch nie aus, ein Wolf im Schafspelz, ein Psychopath unter uns. Und meint man dich zu kennen, trennst du dich lachend von dem Spiel und verlässt dich, baust auf naive, blinde Augen, trickst und wirrst den Rest der Welt. Genug Intelligenz, doch kein wahres Gefühl, du Betrüger und Verräter, du Wechselbalg und Wanderer, du Männlein ohne Emotion, du Findelkind und Gauklersohn.

Montag, 25. September 2017

Vollkommen von Sinnen


Eine neue Ordnung, ein neues Chaos, ein Schilderwald voller Bewegung und Geraschel. Hundert Liedzeilen im Kopf, doch keine passt zur Stimmung. Tausend Gedanken und keiner verrät mir, was nicht stimmt. Die Einzahl im Gefühl allein. Der Flügel bleibt unbespielt, das Klavierzimmer verstaubt. Im Käfig aus Rippen das Herz verliert den Takt, aus der Bahn geworfen, aus dem Strom gerissen. Müde Augen tränen nicht. Die Melancholie nährt sich von Schatten. Bist du irgendwo, in Gedanken, bei mir? Der Sonnenstrahl im Staub zerfällt, wie die Ruinen der Erinnerung. Steine brechen, Nebel wallt, Herbstlicht in Unruhe. Ein dumpfes Pochen stört die Nacht, will doch nur in Ruhe Ruhe haben und hab sie doch nicht. Wieder Wispern, denn die Stimmen schlafen nicht. Kalter Kaffee für die Welt. Brauche doch nur einen Blick, einen klaren Halt. Alles verschwimmt, verändert sich. So abstrakt, so ausgetauscht, so verrückt, so dunkel. So, so dunkel. Rufst du mich? Ich träume mit offenen Augen, träume von Gaunern und Halunken, von Schreckgespenster und Gesichtslosen, von Masken und Demaskierten. Mein Wunschstern verlosch, mein Glücksklee verdorrt. Ich friere in der Heizungsluft. Ich friere, weil du nicht kalt bist. Mein Mund so trocken, mein Körper so träge. Giftefeu rankt sich um die Beine, hält mich fest in diesem Moment, hält mich fest und bindet mich. Ich kann den Grundstein nicht überwinden, so schwindend ist meine Kraft. Lacht nur, zeigt die spitzen Zähne, zeigt das hässliche Maul. Sperrangelweit offen klaffende Wunden voller Blut und Schmutz, immer näher schnappend. Weinst du für mich? Jede Angst ein Schrei, jeder Schrei eine Fessel und jede Fessel ein wenig weniger Ich. Wie die Blüten welke ich und friste nur kurz, ich weile nicht. Schutt und Asche sind mein Lohn. Klein und bekümmert, voller Wut und Frust, voller Gram und Verzweiflung. Immer trüber wird der Mond. Bald, oh bald. Warte ich. Wartest du auf mich?

Sonntag, 24. September 2017

Sodalith


Wie soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? So schwer in Worte zu hüllen, zu füllen mit dem Verstand, kaum zu greifen, diese kleine Sehnsucht, die dort in mir wohnt. Kein Verlangen, keine Liebe, nur die Nähe, näher zu sein, näher zu kommen, sich annähern zu können ohne diese Mauer, diese Wand, dieses Etwas dazwischen zu spüren, das kälter ist als Eis, als Schnee und so trübe wie ein Sturm der Wüste. Wüste Ausdrücke beschleichen mich, schleichen sich an, wollen mich besetzen, hetzen mich und setzen mich unter Druck auszudrücken, was ich fühle. Doch wie soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? Wenn ich doch selbst nicht weiß, was ich will oder wie ich es bekommen kann. Wie ich schwimmen kann im Moor, wie ich mit Zementfüßen laufen kann. Zu Hauf diese Momente, Augenblicke, sich in die Augen zu blicken und doch nicht zu sehen, woran ich bin, wie ein Spiegel der mir nur zeigt, was ich nicht kann, was ich nicht darf. Meine Wünsche in Ketten, meine Träume verglimmen mit den Sternen am Himmel in der finstersten Nacht. Wie ich wache, wie ich schlafe, die Erkenntnis gleitet weiter fort und ich sitze immer noch ahnungslos im Ascheregen ohne Mantel oder Schirm. Und wieder die Fragen: WIe soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? Vielleicht sollte ich es einfach lassen und vergessen, begraben und versenken, mir selbst die Freiheit schenken. Doch da ist dieses Gefühl, so unbestimmt und ungenau, genau kann ich es nicht beschreiben, doch es will mich nicht aufgeben lassen, quält mich ohne Schmerzen, mit nur einem Kribbeln im Bauch. Das Hirn mit Rauch gefüllt, vernebelt mein Denken, lässt mich das Haupt senken, damit niemand mein Lächeln sieht. Ein stummes Verbot, zu viel Freude zu zeigen, gar zu empfinden, Zuneigung nicht ausleben zu dürfen, ein Zerwürfnis zwischen Herz und Kopf. So laufe ich kopflos durch die Welt und frage mich: Wie soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? Fassungslos blicke ich ins Angesicht und hab doch keine klare Sicht. Blinden Flecken rauben mir den Sinn, tastend irre ich umher und einmal mehr finde ich nicht, wonach ich suche. Hilflos klammer ich mich an Vertrautes, an Geglaubtes, an scheinbar Gewisses. Doch ich spüre schon die Klippe, merke wie der Boden sich senkt, das Gewohnte schwenkt und schwankt, kann mich kaum Halten, bei mir Halten, wer ich bin und wonach mir steht. Ohne Ort und Zeit, ohne Gewissheit in der Stille bin ich einsam, lahm vor Verzweiflung und kann kaum widerstehen zurückzuschauen, darauf zu hoffen nicht verlassen zu werden, weil niemand es versteht, ich mich nicht versteh, verstehen kann, denn sie lassen nicht los, die Fragen: Wie soll ich es nennen? Wie soll ich es fassen? Ich kann’s nicht benennen, ich kann es nicht fassen, es lässt mich zittern, lässt mich nicht rasten oder ruhen, pausenlos rinnen mir die Gedanken durch den Kopf und binnen Sekunden bin ich matt, satt von Gefühlen und nah der Ohnmacht, ohne Macht über mich selbst hält mich nichts im Licht, bin Nichts im Licht, Lichter flackern und ersterben vor meinen Augen, laugen mich aus und was bleibt, außer den Fragen, ist nur das Wissen, dass es mich erdrückt und mir den Atem nimmt, mir den Magen verdreht, mich nicht aufrecht stehen lässt. All mein Streben verlangt danach und all mein Wille spricht dagegen und so steh ich zwischen Stühlen und weiß nur, dass ich dich mag. Mehr, als ich sollte.

Mittwoch, 20. September 2017

Pitch black

I want you to see, I want you to feel, I want you to touch my utmost inner self. Catch up with my mindlessness, my chaos, stand straight up in my storm of colours and don't let go of my hand reaching out. Suffer against my fears, my tears and cry, my angel, bloody tears. Accept the muddy water deep inside my veins and crush the waves I can't control. Leave your wings behind you and scream at the top of your lungs. Let me love you, let me gently scratch your cheeks, let me destroy you. I'm a thorn without a rose, I'm the cold without the snow, I'm not beautiful but poisonous. I will make you feel sick, I will bring you pain, I will slaughter the best of you. As I'm not able to love in any other way.

Samstag, 15. Juli 2017

Timelord

Wie ein stetiger Trommelschlag jagt die Zeit dahin, fliegt mit dem Wind, schlägt mir mit 110 kmh um die Ohren und auf den Magen. Kaum lande ich in einem Moment bin ich drei Tage weiter und alles verschwimmt vor meinen Augen, kann kaum klar sehen, wo ich bin und wer da ist, sehe nicht, wie die Zeit mich frisst und ich dem Ticken der Uhr nicht entkommen kann. Nur der Schwindel vom ständigen Drehen um sich selbst, der bleibt, treibt mich weiter voran zwischen Flimmerlichtern und Neonreklamen, in der Welt umher, viel mehr sehen, viel schneller, schneller, schneller und ohne Rast. Hast ist die Devise. Heute ist nicht schnell genug und auch nicht schnell genug vorbei, leb in Gedanken schon übermorgen und doch noch vorgestern. Stunden sind Sekunden und eine Minute währt ewig lang, der Gang durchs Leben liegt wie im Nebel, hebelt mich aus und mein Kopf kommt nicht mit. Selbst Ruhe ist ein Trugschluss und mein Herz rast, schlägt um sich und findet zwischen tausend Gesichtern doch keine Wärme. Der Lärm der Menschen überreizt die Ohren, den Verstand und wie Sand rinnt mir die Erinnerung durch die Hände. Wo war ich gestern, wo bin ich jetzt? Verletzt von zu viel ist die Dunkelheit der Stille der Atem selbst. Gewesen. Doch nun im Wesen auch vollkommen verkommen und nicht mehr so, wie es war. Wie Sehnsucht und Angst aus ihr trieb, so verblieb doch wenigstens etwas, das bleibt. Unglück ist ruhiger als Freude, als Freunde und jede Liebe. Fürchte Wünsche, denn sie könnten sich erfüllen und nicht jede Veränderung ist gut und tut gut und bleibt gut und Blut ist nicht dicker als der Teer der Straßen und der Ruf der Ferne. Wie erschlagen von Möglichkeiten, Chancen, wie in Trance einen Abzweig nach dem andern nehmend, lähmend immer weiter gehen, bloß nicht stehen bleiben und sich treiben lassen im Wasser, sich umschauen oder gar nichts tun. So anmaßend zu sein die Zeit nicht zu nutzen, ungenutzt verstreichen zu lassen, fassungslos entlang zu stolpern. Sind wir doch nur Eintagsfliegen und kaum da, schon vorbei. Das Gefühl der Vergänglichkeit zu ignorieren, ihm die Stimme und Zunge zu entreißen, sich verbeißen in Augenblicke, in Stücke der Wirklichkeit. Und da sein, wirklich da sein, ohne einen Blick auf gestern und morgen, auf einen Blick auf andere Menschen, Orte, Worte ungesprochen und doch im Raum. Zeit muss man sich nehmen und nicht nehmen lassen, Momente erfassen, Momente zum Anfassen, es belassen können und nicht nur mehr und mehr zu wollen, viel und am besten alles, alles auf einmal.

Denn Gott wohnt in der Stille. Und bei ihm wohnt mein Glück.

Freitag, 19. Mai 2017

Safran

So viel Zeit für Nichtigkeiten,
So wenig Platz für Wahrheiten.
Ungleiche Bindungen rauben jeden Nerv.
Hinter süßen Worten steckt nur Leere.
Wir sind nicht unfähig zu lieben,
Wir sind nur den Aufwand nicht gewohnt.
Abgenutzt von Lügen, Versprechen,
Von der Hoffnung auf die Sonne.
Und doch bringt der Sommer nur
Den warmen Mantel kalter Herzen.
Vertauscht, geraubt, genommen,
Ohne Warnung, ohne Wolken.
So bleiben Übelkeit und Schwindel,
Das Gefühl der Schwebe
Und die Hast, den Moment zu verpassen,
Verlassen zu werden von wohlgeformter,
Wohl gewohnter Schrift und Sprache.
Falsche Schatten verraten die List
Und die Fassade, die Scheinheiligkeit,
Beginnt schon zu bröckeln.
Lustlos liegt das Ich auf der Zunge,
Doch verstummt und verschlossen
Bleibt es unbeachtet.
Sanfter Regen für die Seele
Verwäscht die zweite Schicht,
Spült ab die zweite Chance und
Erneut, voller Frust und Hast,
Nimmt sich die Benommenheit,
Das Nicht-Sein seinen Platz.
Unklar und ungenau umrissen,
Doch das Licht bleibt nicht
Und kommt kaum zurück.
Keine Kraft zu lächeln,
Keine Kraft zu bleiben,
Keine Kraft, so zu tun
Als ginge es weiter,
Als wäre alles wie bisher.
Veränderungen rauben Sinne,
Doch nur, weil die Rechnung nicht aufgeht,
Nicht aufgehen kann, nicht aufgehen darf,
Auch wenn die Erwartung besteht
Und auch die Routine weiter bleibt.
Doch das Glück war wohl nie echt.

Schwarz

Ein falsches Wort,
Ein falscher Blick,
Nur ein Atemzug zu viel.
Unbedacht zu fest zugepackt,
Den Boden unter den Füßen verloren
Und viel zu kurz nur geflogen,
Für einen Moment den Flug genossen,
Beflügelt und so glücklich wie nie,
Doch vom Fall zerstört,
Als alle Träume platzten,
Gefühle in der Brise schwanden
Und die Hoffnung mit der Sonne ging.
Verletzt und gebrochen und wieder
Unglücklich hilflos vergessen
Im Dreck zwischen Müll und Unrat vegetieren,
Trotz aller Falschheit und den Schein wahrend,
Nach Außen noch wie immer.

Blau

Und nun fehlen mir die Worte.
Die Freunde, die mich nie verließen.
Ich fühle mich falsch und fehlerhaft,
Vollends gebrochen und beraubt.
Ihr habt sie gestohlen und
Nun bin ich wirklich leer.
Eine Hülle für Nichts,
Nicht einmal schön anzusehen.
Nicht mehr ich selbst
Und nicht mal annähernd tot.
Ein kranker Zweig im Baum.
Kaputt.

Grau

Die Zeit mag alle Wunden heilen,
Doch schützt sie nicht vor Neuen
Und auch nicht vor wiederholten Fehlern.
Mit der Zeit verlässt mich das Vertrauen,
Die Hoffnung und auch jede Liebe.

Orange

Ihr hattet sie.
Die schönen Worte.
Die gestohlene Zeit.
Die Wärme, die ich brauchte.
Ihr hattet sie.
Die letzte Hoffnung.
Das falsche Lächeln.
Das, was meine Sehnsucht stillte.
Doch alles war nur Schein.
So hat sich wohl der Aufwand
Nicht länger gelohnt.
Und zwischen zusammengepressten
Zähnen zischt ihr weiter Lügen,
Speist mich ab und
Lasst mich doch in der Ecke liegen,
Wie das ungeliebte Spielzeug,
Das ihr braucht.
Zu abgenutzt, zu abgegriffen, zu aufgebraucht,
Legt mit tausend Fragen und
Und löst das Rätsel nie für mich.
Sagt, was bin ich für euch?

Rot

Angemalt und aufgemacht,
Masken über Narben, Zeichen
Zerren Tränen, Trauer und
Zeigen Herzlichkeit, viel Liebe.
Lachen nie so falsch,
Freude lang verloren.
Die Stimmen schwinden,
Gehen, wechseln wie Ebbe und Flut,
Angezogen von der Sonne,
Strahle doch nur in der Nacht,
Kann neben Sternen nicht bestehen
Und bin doch nur zur dunkelsten Stunde interessant.
Wenn aus Geben und Nehmen
Nur Nehmen und Wegnehmen wird,
Steh ich mit leeren Händen
Und voller Verzweiflung da,
Plötzlich auch im Regen bebend
Oder gleich in der Traufe ertrinkend.
Was ich auch tue,
Was ich sage,
Kälte frisst die ausgestreckte Hand
Und ungewärmt zerbricht sie bald.
Bin nicht mehr ganz,
Nicht mal mehr halb,
Verlor mein Ich in uns, in euch.
Kann weder allein gehen,
Noch nicht einmal sehen,
Wo der Weg sich erbricht
Oder jenes letzte Licht der Hoffnungslosen.
Doch egal, wie ich schreie,
Gestern kehrt nicht mehr zurück und
Ich erlebe Regression und
Alles beginnt von vorn.
Und gegen die Angst komm ich nicht an.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Zufluss

Ein Lichtermeer aus dunklen Augen,
Nebels Mieder birgt die Schatten,
Verborgen in der Häuslichkeit.