Mittwoch, 21. September 2011

Versenkung.

Und im Traum erschien mir deine Gestalt. Im Licht hast du gebadet und meine Augen geblendet. Die schöne Schattengestalt, die so viel versprach. Doch das Licht trübte sich und was ich erkannte war schrecklicher denn je. Entstellt und verzerrt nahm ich deine Fratze war, als Horrorgestalt gezeichnet standest du vor mir. Der Abscheu packte mich - hatte ich mich so verschätzt? Was eben noch schön gedacht, war nun schauderhaft anzusehen. Doch halt ich dir den Spiegel hin, seh ich, was du immer warst. Nimmst du dich selbst so wahr? Kalt wirkt dein ungewohntes Ich. Schaut mich mit dem eisigen süßen Lächeln an, in dem ich noch das erkenne, das ich so gemocht. Die warmen schneeigen Augen. Der harte verklärte Blick. 
Die Flammen umwabern dich, hüllen dich in ihr rosa Band, durchziehen den Horizont mit goldenen Fäden. Das Spinnrad niemals im Stillstand, vergiss den Herbst, deine eigenen Blätter fallen viel lauter, ich werde taub. Nichts sehen und in der Welt umhertapsen, vorsichtig, wie das Junggeborene. Mach nichts falsch mach nichts falsch - Endlosschleife deines Tuns. Sei die Träne, vergiss dein Blut. Deine Hand verdeckt das Wort, was du denkst tötet mich. Das Gift meiner Adern, injiziert, die Blume welkt. Verlass das Haus, das Fenster splittert. Glaubst du, du kannst es noch retten? Vergiss den Rosengarten, deine Zeit ist vorbei. Lauf, klau sie dir zurück. Doch, vergiss, vergiss, vergiss was war!

Mittwoch, 14. September 2011

Gläserner Ton.

Leere Worte. Schöne Worte. Doch sie sind taub. Ohne Sinn schweben sie dumm in der Luft zwischen uns. Zwischen dem, was wir einmal waren. Gehören zur Erinnerung. Sonne. Lachen. Mein Herz tanzt. Doch nun trübt der Grauschleier dieses Bild. Vergilbt und befleckt liegt meine Freude in der verstaubten Schatzkiste. Tage erscheinen wie Wochen, Wochen wie Monate. Die Sekunden der Ewigkeit.
Nun sitze ich hier, deine Stimme verstummt. Du verlässt mich nicht. Taube Worte. Wie konnte ich dir glauben? Naiv, ich bin egal. Unsere Welt schemenhaft. Um uns herum fallen die Scherben der einst so heilen Welt, wie Blätter von den Bäumen. So stark wirkende Stränge, papiern. Die Szene friert ein, der Akt erstarrt. Und in der Luft schwebend - der letzte Ton.
Unsere Melodie verklungen an Ignoranz. Du hast vergessen - so werde ich auch. Und diese Worte, als letztes an dich, verabschieden sich von der Erinnerung.
So sprach nun mein Herz: Es war einmal...

Hör hin, schau zu!

Willst du mir wirklich erzählen, wie es war? Wie es sein kann? Hast du nicht schon genug zerstört?
Im Trümmerfeld stehst du schmunzelnd mit dem Hammer in der Hand - deine Tränen erkenne ich nicht. Bin geblendet von den meinen. Verschwommenes Sichtfeld. Augen aufreißen, doch den Blick verschließen. Ich schreie und es kommt doch nichts an. Stumm wie ein Fisch. Im Selbsthass ertrinken. Meine Stütze, sie fehlt. Das offene Ohr lief davon - vor mir, vor meinen Problemen. Behalte alles in mir - wie lang halt ich das aus? Meine Tränen rinnen stumm, wie gern würd ich ihnen Gehör verschaffen. Wie nebensächlich sie wurden. Eure Person, oh Hochgnaden, darf man Sie noch ansprechen? Erheb dich nicht über mich, stellst dich quer zu deinen Lehren. Lehren, dein Wort wie Holz. Stumpf und dumm. Sinnlos, wie die Sandwolke, die meine Beine umweht, sich in meine Haare setzt und mir die Sicht verklebt. Das davonwehende Tuch, mein letzter Schutz. Der letzte Schluck Leben, dir anvertraut, in deinen Händen Verschwendung. Gift in meinen Adern, von dir gesät. Ernte es, ich bin zu schwach. Ich kann nicht mehr, mein Arm wird taub, mein Herz setzt aus. Die fließende Bewegung, der in den Staub fallenden Puppe. Dieb, gib mir mein Fühlen zurück. Dieb, gib mir mein Leben zurück. Ich will es ohne dich versuchen, kosten, mit dem Wasser meine Lippen benetzen und nun dich in diesem Staub hilflos zurücklassen. Denn, wie du mir, so ich dir.

Montag, 5. September 2011

Regenschleier, Tränenwand.

Durch die Straßen irren. Sinnlos, ohne Ziel. Rutsche auf dem nassen Boden aus, falle in knietiefen Matsch. Schuldbesudelt. Blicke in den tränenverhangenen Himmel, die regenschwere Luft raubt mir den Atem, zerdrückt mir die Brust. Die Hitze blendet mich, der Regenbogen bringt mich dem Boden entgegen. Schwer, schwerer, Lasten tragen. Dein Goldtopf auf meinen Schulten, dein Kleeblatt an meinem Kopf. Truglos stolpern, Stein um Stein. Verworrene Gassen, dunkle Stadt. Die Sonne am Nachthimmel lässt mich nie alleine. macht mir das Leben unerträglich. Der Halbmond in deinem Gesicht widert mich an, ich kann, ich will ihn nicht mehr zeigen. Verdeck, versteck, verbirg ihn, zeig ihn mir nicht!
Ausatmen, im Einklang mit dem verdreckten Asphalt. Um mich herum geht der Regen zu Boden, liebkost, umspielt meine Wange und mischt sich wortkarg unter meine Tränen. Schwarz und dunkel, die explodierende Leere um mich herum, im Nichts gefangen. Nicht-vorhanden-sein. Surreal, imaginär, vergessen. In den Schuhkarton gepackt, zu all den vergilbten, eingestaubten Fotos. Es war nur Fantasie, das gab es nie. Schneebedeckte bunte Herbstblätter senken sich zu mir hernieder, gerade erblüht. Bedecken, verdecken mein Gesicht, mein ganzes Sein, getarnt, mitten unter euch, um mich herum, neben mir, unsichtbar.
Und ich fühle mich alleine. Und ich fühle mich einsam. Und du?

Sonntag, 4. September 2011

Inspiration.

Beim Lesen der Werke von jemand anderem, überkamen mich einzelne Gedankenfetzen. Sind sind anders - eben inspiriert. Tut mir leid.
Ich möchte sie trotzdem hier hineinstellen.

Das Desaster in uns.

Das kleine Herz gefüllt mit Zorn. Gram und Wut ertränken es, Scham und Angst blenden es, bis ins Letzte ausgefüllt, umhüllt von Glück und Freundlichkeit, der Mantel der den Tod verteilt. Gib zu, du liebst, was es tut, du liebst dieses Blut, vergisst das es Show ist, vergisst wie es schmerzt, wie es an mir zerrt, mich zerstört, kaputt macht, in Stücke haut, zerreißt, zerfetzt, mich bluten lässt. Als das Glück, die Freude, das Lachen, im Hals stecken geblieben, ist ja doch nie echt, gefälscht wie dein Ausweis, deine Identität, dein Leben hast du verloren, wie ich meine Seele, mein Herz. Was hab ich noch? Nichts ist geblieben, alles nahmen sie mir. Zerlöchert, dünn wie Papier, sieh durch mich hindurch, in den Scherbenhaufen unter uns, er stellt unsere Leben dar. Deine weiß und blind, meine rot und tot, vermischt im Durcheinander, das Chaos, das wir uns schufen, die Ordnung war uns zu viel. Glänzen und glitzern, das Funkeln der Sonne, als einziges was sich hier noch regt. Ein Scheiterhaufen voller Tod, inmitten wir und um uns rum nichts, außer den toten Holzpuppen, die wir Freunde schimpften. Ließen uns im Stich, allein, vergessen von der Welt, von uns selbst vergessen. Zum Sterben auf die Schlachtebank geführt, im Nebel vergessen, im Sumpf versunken, knietief im Morast stehend und betend, da kein Ausweg in Sicht, kein rettendes Licht, kein Seil in der Not, keine helfende Hand. Abgekapselt, auf uns selbst gestellt, für alle andern irrelevant.
Ja so sind wir, du und ich. Wir sind doch so gleich und doch so anders. Zwei Seelen im selben Körper, von uns selber verbannt. Ich bin du und du bist ich, sind dieselbe und gleichen uns nicht. Trennten uns im Laufe der Zeit, waren einst eins, gemeinsam und nie getrennt, nun betrachten wir uns und sehen uns selbst. Das Desaster in unserm Kopf, in unserm Herzen verwirrt, vernebelt, verwischt. Ich sehe nicht mehr durch.


Herzklopfen.
Poch Poch, in meinem Kopf klopft mein Herz. Lauter als jeder gedankliche Schrei, übertönt die Sinnlosigkeit, die mein Hirn mir verkündet, spricht einzig die Wahrheit, ganz unverfälscht, unverbogen, ungelogen, nicht überschattet von Schall und Rauch, vom Nebel, der die Gedanken verklebt, den Weg verbaut, sich Wagnisse traut, gegeben dem Herzschlag, der einzig allein für dich zu sein scheint. 
Klopf klopf, es schlägt gegen die Brust, spielt Xylophon auf meinen Rippen, hüpft hinauf und hinab, spielt die Melodie meines Herzens, wenn ich dich seh, dich berühr, deinen Herzschlag spür, deinen Atem auf meiner Haut, deine Stimme in meinem Ohr, im Echo, der Takt, Wiederholung der Tonspur, neu vermischt, nur hören, was ich will und doch weiß ich, du hast es nie gesagt, an deinen Lippen kleben, jede wohlgeformte Silbe erleben, jeder Sinn lauscht dir.


Whatever.

Herzklopfen. Langsam öffne ich die Augen. Von Dunkelheit umschlossen liege ich immer noch im Bett. Ich schaue gar nicht erst auf die Uhr, ich weiß, es ist sowieso noch viel zu früh zum aufstehen. Ich wache doch sowieso jede Nacht viel zu früh auf. Nur wegen dieser Träume, dieser Träume von dir. Sie fangen ganz normal an, ich träume belanglosen Mist, doch irgendwann wandeln sich diese Träume. Zusammenhangslos erscheinst du und wirst plötzlich Mittelpunkt meiner Träume. Alles dreht sich schon wieder um dich. Und jedes mal, wenn der Traum so real wird, sich so echt anfühlt und ich beginne ihn zu genießen, wache ich auf. Mein Herzschlag normalisiert sich, sobald ich realisiert habe, es war nur ein Traum. Ich liege allein in meinem kalten, einsamen Bett. So lange ich im Dunkeln bleibe, in meinem bequemen Bett, bleiben die Träume bei mir. Doch sobald ich aufstehe, Licht anmache und mich für den Tag fertig, verblassen sie, bis ich sie vergessen. Jeden Tag aufs Neue. Ich bekomme eindeutig zu wenig Schlaf - wegen dir! Und du weißt das nicht mal.


Keine Ahnung, das kam einfach so. Ist nicht ernst zu nehmen und nicht auf mich bezogen. 

Donnerstag, 1. September 2011

Verblüht.

Den Dolch im Herzen steckend - regungslos verharrend, in der Starre lebend erträglich. Doch du packst ihn und drehst in herum, zerfetzt, zerreißt die Reste der kläglichen Fetzen, die einmal meine Brust waren, den letzten Schutzpanzer meines Herzens.
Und irgendwann schaff ich es, lehn mich auf gegen diese Fessel und zieh mir den Dolch selbst aus der Brust. Nur dann bekommst du ihn zu spüren. Na, freust du dich schon?
Stirb, ertrink in deinem Blut, hauch dein Leben aus. Du bist viel schöner als leblose Puppe, die von der Decke baumelt, in der Schwebe.
Glassplitter, blutgetränkt, rote glitzernde Tropfen, um dich herum glitzert und glänzt, tanzt die Sonne, leckt über dein bleiches Gesicht.
Du wolltest nicht, du wolltest nicht, aber ich wollte. Nun kannst du nicht mehr, ich hab es getan, vorbei, vorbei, nun bist du endlich fort.
Wie du so mit verdrehten Gliedern am Boden liegst, gekrümmt, und das Getier deinen reglosen Körper erforscht, ist es aus mit deiner Schönheit.
Ja. Ja. Genau so bist du. Wie eine verblühte Rose. Du warst einmal.
Und genau so werde auch ich bald aussehen. Mit verrenkten Gliedern sinnlos unter Erde begraben und kein Funken Leben mehr in mir. Dann bin ich genau wie du. Verblüht. Niemals die Rose, niemals so schön, selbst im Tod dein Antlitz, reizend, aber doch ähnlich. Verblüht.