Ich möchte sie trotzdem hier hineinstellen.
Das Desaster in uns.
Das kleine Herz gefüllt mit Zorn. Gram und Wut ertränken es, Scham und Angst blenden es, bis ins Letzte ausgefüllt, umhüllt von Glück und Freundlichkeit, der Mantel der den Tod verteilt. Gib zu, du liebst, was es tut, du liebst dieses Blut, vergisst das es Show ist, vergisst wie es schmerzt, wie es an mir zerrt, mich zerstört, kaputt macht, in Stücke haut, zerreißt, zerfetzt, mich bluten lässt. Als das Glück, die Freude, das Lachen, im Hals stecken geblieben, ist ja doch nie echt, gefälscht wie dein Ausweis, deine Identität, dein Leben hast du verloren, wie ich meine Seele, mein Herz. Was hab ich noch? Nichts ist geblieben, alles nahmen sie mir. Zerlöchert, dünn wie Papier, sieh durch mich hindurch, in den Scherbenhaufen unter uns, er stellt unsere Leben dar. Deine weiß und blind, meine rot und tot, vermischt im Durcheinander, das Chaos, das wir uns schufen, die Ordnung war uns zu viel. Glänzen und glitzern, das Funkeln der Sonne, als einziges was sich hier noch regt. Ein Scheiterhaufen voller Tod, inmitten wir und um uns rum nichts, außer den toten Holzpuppen, die wir Freunde schimpften. Ließen uns im Stich, allein, vergessen von der Welt, von uns selbst vergessen. Zum Sterben auf die Schlachtebank geführt, im Nebel vergessen, im Sumpf versunken, knietief im Morast stehend und betend, da kein Ausweg in Sicht, kein rettendes Licht, kein Seil in der Not, keine helfende Hand. Abgekapselt, auf uns selbst gestellt, für alle andern irrelevant.
Ja so sind wir, du und ich. Wir sind doch so gleich und doch so anders. Zwei Seelen im selben Körper, von uns selber verbannt. Ich bin du und du bist ich, sind dieselbe und gleichen uns nicht. Trennten uns im Laufe der Zeit, waren einst eins, gemeinsam und nie getrennt, nun betrachten wir uns und sehen uns selbst. Das Desaster in unserm Kopf, in unserm Herzen verwirrt, vernebelt, verwischt. Ich sehe nicht mehr durch.
Herzklopfen.
Poch Poch, in meinem Kopf klopft mein Herz. Lauter als jeder gedankliche Schrei, übertönt die Sinnlosigkeit, die mein Hirn mir verkündet, spricht einzig die Wahrheit, ganz unverfälscht, unverbogen, ungelogen, nicht überschattet von Schall und Rauch, vom Nebel, der die Gedanken verklebt, den Weg verbaut, sich Wagnisse traut, gegeben dem Herzschlag, der einzig allein für dich zu sein scheint.
Klopf klopf, es schlägt gegen die Brust, spielt Xylophon auf meinen Rippen, hüpft hinauf und hinab, spielt die Melodie meines Herzens, wenn ich dich seh, dich berühr, deinen Herzschlag spür, deinen Atem auf meiner Haut, deine Stimme in meinem Ohr, im Echo, der Takt, Wiederholung der Tonspur, neu vermischt, nur hören, was ich will und doch weiß ich, du hast es nie gesagt, an deinen Lippen kleben, jede wohlgeformte Silbe erleben, jeder Sinn lauscht dir.
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