Mittwoch, 19. Januar 2011
Erinnerungen...
Ich lehne mich an und lächle. wie oft ich hier schon saß.
Doch niemals wie jetzt.
Niemals allein.
Niemals mit Tränen in den Augen.
Niemals einfach nur den Blättern beim Fallen zuschauend.
In der Vergangenheit schwelgend.
Denn mehr ist mir nicht geblieben.
Alles weg.
Kaputt, zerstört, es fehlt oder ist falsch.
Nichts ganzes und nichts halbes.
Nichts was mir hilft,
Und ich bin einsam.
Nur einsam.
Niemand mit dem ich diese sorge teilen könnte.
Aber bin ich nicht selbst schuld?
Ich habe mich abgewandt.
Ich habe es nicht mehr ertragen.
ich war so dumm.
ich war so kaputt.
Und bin es immer noch.
Sogar noch mehr.
Bin ich fähig mich zu ändern?
Wieso bin ich da?
Ich verzweifle.
Die Erinnerungen wandeln sich.
Was schön war ist jetzt hässlich verzerrt, weil sich die Maske aus Wut, Trauer und Schmerz darüber gelegt hat.
Du bist schuld!
Du hast alles kaputt gemacht!
Hatte ich es verdient?
Wenn, dann hattest du es verdient!
Du hast immer alles kaputt gemacht.
Uneinsichtig.
Du dachtest du wärst fehlerlos?
Du bestehst nur aus Fehlern!
Es war alles ein einziger Fehler...
Ein Fehler und alles ist weg.
Und wieder fühle ich mich einsam.
ich lasse meinen tränen freien Lauf.
Es fängt an zu regnen.
Der regen wäscht die Tränen wieder fort.
Doch trotzdem wird nichts besser.
ich werde nass, doch es ist mir egal.
Durchweicht. Unterkühlt. Zitternd. Verzweifelnd.
So sitze ich da.
Weiß nicht mehr, was ich tun kann.
Ich komme nicht vor, nicht zurück.
Ich stecke fest und weiß nicht weiter.
Und eine weitere Welle der Einsamkeit droht mich zu ertränken, als mich die Erkenntnis trifft, dass mir auch niemand helfen wird.
Ich schreie und höre es nicht einmal mehr.
Schreie der Verzweiflung, die niemand hört, egal wie laut oder oft ich schreie.
Ihnen wird erst ein ende bereitet, als meine Stimme mir versagt.
Jetzt ist nur noch das Geräusch der fallenden Regentropfen da.
Meine Hoffnung schwindet, dass Licht erlischt.
Und ich sitze da, unter dem Baum. Im Regen. Im Dunkeln.
Allein.
Zwei Schmetterlinge die um die Wette fliegen und mit ihrer Pracht strahlen.
Zweisamkeit. Schönheit. Ausstrahlung.
Dinge, die ich nie erhalten werden und auch nie hatte.
Doch sind sie wichtig?
Alle reden es mir ein, alle lassen es mich glauben.
Ist es nicht wichtiger ganz zu sein?
Wie ein zersprungener Spiegel, ein zerschlagenes Glas, eine zerstörte Welt, liege ich in Trümmern, in Scherben.
Und niemand sieht es, bis sie sich daran die Finger zerschneiden.
Bevor es ihnen nicht die Haut zersticht, das Blut an ihren Fingern herabläuft, bemerken sie es nicht, wollen es nicht bemerken, sehen es nicht, wollen es nicht sehen, verschließen sich gegen die Realität.
Und niemand da, um die Scherben aufzukehren, die Trümmer zu räumen, etwas neues zu erbauen.
alles bleibt so, wie es ist.
In bin kaputt. Zerstört. Und keiner merkt's.
Ich wünschte, ich könnte meine Augen ebenso vor der Realität verschließen.
Ein falsches Lächeln lächeln und so tun als wäre nichts.
Wie bisher.
Doch es geht nicht mehr.
Die Fassade bricht.
Ich kann sie nicht mehr aufrechterhalten.
Ich halte dem nicht mehr stand.
Der Druck rollt über mich hinweg und reißt mich mit sich, zieht mich hinab in die Tiefe.
Spült mich an Land und lässt mich dort liegen. Sterben.
Alleine.
Langsam.
Qualvoll.
Und niemand kann es verhindern, da niemand weiß, dass es passiert.
Keine Hoffnung, keine Zukunft.
Nur noch der Tod, nach dem ich mich langsam sehne, da er das einzige zu sein scheint, dass mich von meiner Qual befreien kann.
Er streckt mir seine Finger entgegen und ich opfere meine letzte Kraft, um schneller zu ihm zu gelangen, zu ihm, der mich aufnimmt, bei dem es egal ist, dass ich allein bin, bei dem die Erlösung wartet, der mir einen sicheren Ort verspricht.
Ich gebe mich ihm ganz hin, in dem Bewusstsein, nicht mehr länger widerstehen zu können, nicht mehr länger widerstehen zu wollen.
Und als alles um mich herum dunkel und taub wird, versiegen endlich meine tränen und lächle ein letztes Mal.
Und da liege ich dann.
Mit der Tränenspur und dem Lächeln im Gesicht.
Das tote Mädchen unter dem Baum.
Und bin selbst nur noch eine Erinnerung.
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