Mittwoch, 19. Januar 2011

Wertlos.

Wertlos.
Der Sternenhimmel in den Augen erloschen.
Zu nichts mehr gut.
Oder gut genug.
Anderen und sich selbst.
Unsicher.
Und sie sind schuld.
Schossen mich ab auf meinem Höhenflug und ließen mich schneller in die Realität zurückkehren als mir lieb war.
Sie ließen mir keinen meiner Träume, machten mich blind und nutzlos.
Bis ich selbst nichts mehr wert war, ich mir selbst mit Gleichgültigkeit entgegentrete und mein Antlitz im Spiegel nur noch verzerrt oder gar nicht mehr wahrnehmen kann.
Sie ließen mir keine Wahl, sie entschieden für mich über mein Leben.
Sie gestalteten es und passten es ihren Gegebenheiten an.
Rücksichtlos und kalt.
Sie schlichen sich ein und zerstörten mich langsam von innen heraus, bis ich hohl war, nur noch eine hauchzarte Schicht meiner selbst am Leben war.
Nun konnten sie offen angreifen, ohne Angst haben zu müssen zu scheitern.
Der letzte Funke Leben zersprang bei der kleinsten Berührung in tausende von winzigen Splittern und regnete auf mich nieder, zerschnitt mir meine offen liegende Seele und ließ Blut und Narben zurück.
Niemand machte sich daran, die Scherben zu kehren.
Sie ließen sie liegen, befriedigt durch ihren Triumph über mich und badeten nun im Tanz der farbenfrohen Lichter, die die fallenden Scherben erzeugten.
Sie fühlten sich großartig und in ihrer Freude sah keiner von ihnen, was sie eigentlich getan hatten.
Sie hatten getötet.
Einen Menschen innerlich getötet, von Grund auf zerstört, zerschlagen, zertrümmert.
Über das feine Klingen des brechenden Glases hörte niemand meine Schmerzensschreie.
Über den Anblick der Lichter sah niemand mein Blut und meine Wunden.
Bemerkten sie wirklich nicht, was sie getan hatten?
Kälte. Nutzlosigkeit. Hoffnungslosigkeit. Wertlosigkeit. Tod.
Das ließen sie mir.
Den Rest haben sie mir genommen, auf den Scheiterhaufen geworfen und verbrannt.
Weil sie es nicht verstanden haben.
Sie tanzten im Schein des Feuers um meine verkohlten Reste.
Hauptsache ihnen geht es gut.
Egoistische Welt.
Früher oder später wird sie jeden von uns töten.
Nur die Starken überleben.
Doch stärken Enttäuschung, Trauer und Verlust nicht auch?
Warum die negativen Dinge, die doch eigentlich schaden?
Oder ist das alles nur Irrglauben?
Sind gut und schlecht dasselbe?
Wieso unterscheiden wir überhaupt, wieso lassen wir es nicht einfach?
Doch, wer wird einem wertlosen Menschen  wie mir diese Fragen beantworten?
Wer wird mir helfen zu verstehen?
Haben sie es selbst verstanden?
Was sie all diese schrecklichen Taten vollbringen lässt?
Können sie es überhaupt verstehen?
Oder hat es schon Besitz von ihnen genommen?
Wie viele werden sie noch töten, bevor sie über ihre Taten sinnen?
Werden sie jemals damit aufhören?
Haben sie Spaß daran?
Kann man an so etwas grausamen überhaupt Spaß haben?
Und warum bin ich dann die Grausame?
Sind ihre Taten nicht weitaus schrecklicher?
Sind sie so von Unverständnis geprägt?

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