Mittwoch, 19. Januar 2011

Verlorene Freunde.

- An all die 'Freunde', die endlich ihr wahres Gesicht zeigten. -





Die Tränen auf meinem Gesicht erstarren.
Als Eiszapfen bleiben sie dort hängen.
Eure Kälte ließ sie gefrieren.
Eure Kälte alleine ließ sie auch erst fließen.
Eure Kälte lässt aber nicht nur meine Tränen gefrieren.
Auch mein Inneres gefriert.
Atem bleibt stehen, Zeit hält an, Gefangene im Moment.
Ihr ließt mich erstarren, hieltet mich gefangen.
Die gefrorenen Tränen brennen auf meinem Gesicht.
Sie brennen sich ein.
Doch nicht nur sie.
Erinnerungen.
Erinnerungen an 'glückliche' Augenblicke, in denen alles noch so normal schien.
Doch nichts ist normal.
Unser Leben ist ein Theaterstück und wir sind in den Hauptrollen gefangen, ob uns das gefällt oder nicht.
Man ließ uns keine Wahl.
Doch einige sind zufrieden mit ihrer Wahl.
Sie haben sich an ihre Rolle gewöhnt, spielen sie gut und so, wie alle es von ihnen erwartet haben.
Sie spielen.
Spielen ihr Leben.
Spielen mit Gefühlen, mit anderen Menschen.
Bedenken sie nicht einmal, dass anderen ihre Rollen eventuell nicht gefallen könnte?
Dass sie versuchen richtig zu leben und nicht nur diese Rolle spielen wollen, in denen sie mit anderen zu spielen haben oder gerade deshalb?
Merken sie überhaupt noch etwas oder hält ihre Rolle sie so gefangen?
Ist jedes Lächeln, jede Träne gespielt?
Was ist echt und was ist falsch?
Man kann niemandem mehr trauen.
Jeder Mensch kann dich verletzen wie kein Zweiter.
Doch gehört das nicht zum Leben dazu?
Oder ist das alles wieder nur gespielt?
Wissen sie überhaupt noch, was echter Schmerz ist? Echte Trauer, echte Liebe, echte Gefühle?
Wissen sie überhaupt noch, wie es sich anfühlt zu leben?
Haben sie alles vergessen?
Fragen, die niemand beantworten wird.
Und auch nicht kann.
Der wer vergisst, kann nicht unterscheiden.
Vergessen oder vergessen werden.
Leben ist egal.
Die Oberflächlichkeit gewinnt.
Doch hat es jemals einen Kampf gegeben?
Hat man sich jemals gegen sie gewehrt?
Hat man jemals unterschieden?
Und ich merke, es dreht sich im Kreis.
Das eine geht ohne das andere unter.
Leben und leben lassen.
Vergessen und unterscheiden.
Leben und Theater spielen.
Wir stecken alle mittendrin und merken es nicht.
Das Leben ließ uns erblinden.
Ist wirklich schon alles vorbei, bevor es begonnen hat?
Es wurde doch sowieso alles für uns entschieden.
Es ist so viel leichter einfach aufzugeben und die Welt geschehen zu lassen...
Bis es dann vorbei ist...
Das Unerwartete, mit dem doch alle rechnen.
Der Tod.
Der Schluss.
Das Ende.
Das Ende aller Fragen und allen Theaters.
Einfach alles.
Aus.
Das Licht erlischt.
Der Vorhang fällt.
Ende des Theaters, der letzten Vorstellung.
Und alle treten von der Bühne.
Nacheinander, nicht gemeinsam.
Jeder für sich, jeder alleine.
So wie er von der Welt verlassen wurde, wie seine Rolle es zuließ.
Und meine Rolle ist einsam.
Ihr letzter Akt naht.
Wann bin ich dran...?

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